Erste Hilfe für Bienen

Unseren Bienen geht es heute leider oft nicht gut. Neben der Varroamilbe, einem kleinen Parasit, und dem Verlust an Lebensraum, sind Mangelernährung und Pestizideinsatz in der Landwirtschaft hauptverantwortlich dafür. 
Noch schlimmer sieht es bei den wild lebenden Bienenarten aus. Zwei Drittel von ihnen stehen auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten. Anderen zur Pflanzenbestäubung wichtigen Insekten wie Schmetterlingen und Käfern, Wespen und Fliegen ergeht es nicht viel besser. 
Aber gerade diese Insekten brauchen wir Menschen, damit unsere Obst- und Gemüsepflanzen bestäubt werden. Wenn Sie etwas für Hummeln, Bienen und Co tun möchten, hier die 6 wichtigsten Dinge:

1. Pflanzen Sie nektar- und pollenreiche Pflanzen in ihrem Garten.

Eine Liste besonders geeigneter Büsche und Stauden finden Sie hier: Netzwerk Blühende Landschaft

Verzichten Sie beim Einkauf auf Pflanzen mit „gefüllten Blüten“. Bei diesen sind die Organe zur Nektar- und Pollenbildung weggezüchtet. Sie bieten den fliegenden Blütenbesuchern gar keine Nahrung. Das ist nicht immer leicht zu erkennen - im Zweifel den Fachmann fragen.

2. Mähen Sie den Rasen nicht zu häufig.

Ein blütenloser „englischer Rasen“ gehört auf den Golfplatz und nicht in den Garten. Geben Sie Klee und Tausendschönchen eine Chance. Lassen Sie bewußt Grasinseln stehen oder mähen Sie nur die halbe Fläche. Beim nächsten Mal mähen Sie dann die andere Hälfte im Wechsel. So entsteht mit der Zeit von ganz alleine eine bunte Pflanzengesellschaft und ein reich gedeckter Frühstückstisch für Bienen und Schmetterlinge.

3. Im Gemüsebeet:

Haben Sie schon mal ein Radischen blühen sehen?
„Vergessen“ Sie in jeder Reihe Gemüse etwas abzuernten. Und lassen Sie das Pflänzchen ausblühen! Freuen Sie sich an vielen Blütenbesuchern und über neues Saatgut für das nächste Jahr.

4. Im Blumentopf:

Auch kleine Flächen mit Blütenpflanzen bieten Nahrung für Insekten und sind landschaftsvernetzende Trittsteine zum nächsten Biotop. Gerade Gewürzpflanzen und Küchenkräuter wie Schnittlauch und Thymian sind ein Schlemmerland für Insekten. Das funktioniert auch auf der Fensterbank.

5. Schaffen Sie Nistplätze und Überwinterungsmöglichkeiten

Hummeln, Bienen und Co brauchen nicht nur Nahrung! Morsches Holz und trockene Stängel im Garten sind die besten Insektenhotels für den Winter.

6. Kaufen Sie „Bio“ Produkte!

Fördern Sie mit ihrem Geldbeutel eine insektenfreundlichere Landwirtschaft . Häufige Fruchtwechsel, Mischkulturen, Untersaaten ,Gründüngung und der Verzicht auf Insektizide, Herbizide, Fungizide und Kunstdünger auf ökologisch bewirtschafteten Flächen fördern die Artenvielfalt.